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Neue Steuervereinfachungen beschlossen

Der Bundestag hat das Steuervereinfachungsgesetz verabschiedet. Das Gesetz entlastet Arbeitnehmer und Familien mit Kindern insgesamt um rund 590 Millionen Euro.

Der Arbeitnehmerpauschbetrag soll bereits für das Jahr 2011 von 920 auf 1.000 Euro steigen. Die niedrigere Lohnsteuer reichen die Arbeitgeber im Dezember an ihre Beschäftigten mit der Gehaltsabrechnung weiter. Der höhere Pauschbetrag macht für rund 22 Millionen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen das Sammeln von Belegen entbehrlich.

Damit die Steuervereinfachungen in Kraft treten können, muss noch der Bundesrat dem Gesetz abschließend zustimmen.

Die wichtigsten Maßnahmen

Der höhere Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro spart nicht nur das Sammeln von Belegen. Zugleich gibt es eine deutliche finanzielle Entlastung der Arbeitnehmer in Höhe von etwa 330 Millionen Euro.

Ab 2012 können Eltern Kinderbetreuungskosten einfacher absetzen. Ob die Betreuungskosten aus beruflichen oder privaten Gründen anfallen, spielt keine Rolle mehr. Davon profitieren mehr Familien als zuvor. Eine Seite der “Anlage Kind” zur Einkommensteuererklärung fällt durch die Neuregelung weg. Finanzielle Entlastung pro Jahr: 60 Millionen Euro.

Ab 2012 entfällt die aufwändige Einkommensüberprüfung bei volljährigen Kindern unter 25 Jahren für Kindergeld und Kinderfreibeträge. Das spart Eltern beim Kindergeldantrag und bei der Einkommensteuererklärung aufwendige Nachweise.

Eltern bekommen auch dann weiter volles Kindergeld, wenn ihr Kind während seiner ersten Berufsausbildung oder seines Erststudiums hinzuverdient. Finanzielle Entlastung: 200 Millionen Euro.

Einfachere Vergleichsberechnung bei der Entfernungspauschale ab 2012:

Wer für den Arbeitsweg abwechselnd öffentliche Busse oder Bahnen und das Auto benutzt, muss die Kosten dann nicht mehr für jeden Tag einzeln belegen. Das Finanzamt vergleicht künftig nur noch die Jahreskosten.

Die Bürger sollen ab 2012 wählen können, ob sie ihre Einkommensteuererklärung nur noch alle zwei Jahre beim Finanzamt abgeben wollen. Wer Rückzahlungen erwartet, kann selbstverständlich weiterhin jährlich seine Steuererklärung abgeben. Wer über die Jahre gleichbleibende Einkünfte hat – z.B. Arbeitnehmer oder Rentner- profitiert von der Fristverlängerung.

Ab 2012 wird die elektronische Lohnsteuerkarte die aus Papier ablösen. Dann stehen die Daten für die Lohnsteuerberechnung in einer Datenbank der Finanzverwaltung für die Arbeitgeber zum Abruf per Datenleitung bereit.

Weniger Steuerbürokratie auch für Unternehmen

Die Unternehmen werden durch die erleichterte elektronische Rechnungsstellung pro Jahr rund vier Milliarden Euro Bürokratiekosten sparen. Für die deutsche Wirtschaft soll diese Erleichterung bereits ab 2011 gelten. EU-weit muss die Regelung bis 2013 umgesetzt werden.

Die stärkere Nutzung elektronischer Formulare bringt weitere Entlastungen.

Außerdem werden bundeseinheitliche Standards für eine zeitnahe Betriebsprüfung festgelegt. Lange Zeiträume zwischen der Entstehung der Steuern und einer Betriebsprüfung sollen so künftig vermieden werden. Das stärkt Rechts- und Planungssicherheit.

Quelle: Bundesfinanzministerium

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